Problem von Anonym - 15 Jahre

Familie und Sexualität

Hi,
Meiine Eltern haben sich vor ein paar Monaten getrennt und lassen sich im Moment gerade scheiden. Eigentlich macht mir das nichts aus es ist nur so das mein Vater meine Mutter abgründig hasst und mit egal was ihr Schaden zuzuführen. Zudem ist es nun so das wir nicht mehr so viel Geld wie früher haben meine Mutter ist zwar Lehrerin und verdient nicht schlecht aber da wir in einem großen Haus leben und es dadurch ziemlich viele Rechnungen gibt wird das Geld ganz schnell weniger. Ich haben nun so ein schlechtes Gewissen weil ich nun auf eine Reise geh welche meine Mutter bezahlt hat und das gerade nicht günstig war und ich nun auch noch zusätzlich "Taschengeld" für die Reise bekommen habe und ich weiß das sie sich das eigentlich nicht leisten kann. Mein Vater hingegen hat das Auto verkauft welches ich eigentlich bekommen sollte und von dem Geld sich undmeinem kleinem Bruder ein E-bike gekauft hat und ich leer ausgegangen bin. Das kann vielleicht auch daran das ich gerade nicht gut auf ihn zu sprechen bin wegen dem wie er meine Mutter behandelt aber trotzdem ist es nicht in Ordnung das er einfach mein Auto verkauft. Zudem hat er aufgehört das schulgeld zu zahlen obwohl er immer gesagt hat das er die best möglichste Bildung für mich und meinem Bruder will und nun zu meiner Mutter sagt das das ganze Geld das wegen der Scheidung in die Anwälte fließt das Geld für die Bildung von mir und meinem Bruder ist. Außerdem ist es noch so das ich lesbisch bin und es mittlerweile akzeptiert hab aber trotzdem ist es noch so das wenn irgendjemand mit mir darüber redet das ich lesbisch bin ich panikarttacken bekomme und mittlerweile ist es besser geworden aber sie sind halt immer noch da. 7ch bin schon bei fast meinem ganzen Freunden geoutet aber noch nicht bei meiner Familie. Außerdem ist mein Bruder sehr jähzornig und rastet bei jeder Kleinigkeit aus und des belastet meine Mutter auch noch sehr.
Im voraus schon mal danke für das beantworten
Lg

Janine Anwort von Janine

Liebe Ratsuchende,

eine Scheidung ist für Kinder nie einfach.
Auch wenn es dir nichts ausmacht, dass deine Eltern getrennt sind.
Wie du ja beschrieben hast, bekommst du die Auswirkungen direkt zu spüren.
Dein Bruder natürlich genauso.

Allerdings machst du dir da Sorgen um Dinge, die nicht zu deinen Aufgaben gehören.
Die finanziellen Sorgen deiner Eltern sind genau das. Die Sorgen deiner Eltern.
Das ihr dadurch eventuell etwas kürzer treten müsst als vorher, kann durchaus sein.
Doch so wie ich das gelesen habe, hat sich für dich nichts verändert. Du kannst sogar deine Reise machen.
Es ist schön, dass du dir Gedanken um deine Mutter machst.
Du solltest jedoch aufpassen und gucken deine Grenzen einzuhalten.

Eine Scheidung kostet Geld ja. Und wenn nur noch ein Verdiener da ist, dann ist auch das eine Einbuße.
Allerdings ist es nicht so, dass deine Mutter benachteiligt oder bevorzugt wird.
Finanziell bekommen beide die Hälfte. Zum Beispiel vom Eigentum und so weiter.
Wenn deine Mutter das Haus nicht halten könnte, dann würdet ihr wohl umziehen.
Und wenn dein Vater das Auto verkauft, dann wird auch das seinen Grund haben. Vielleicht hat er dir ja kein E-bike gekauft, weil du schon die Reise bekommen hast und dein Bruder sonst leer ausgegangen wäre.
Zwar ist das mit dem Auto für dich doof. Einen Anspruch darauf hast du aber nicht.
Mal davon abgesehen dauert es ja noch drei Jahre bis du überhaupt eines haben dürftest.
Was bis dahin ist, weiß wohl niemand.

Du solltest wirklich versuchen dich aus solchen Dingen herauszuhalten.
In deinem Alter hat man genug eigene Sorgen.
Die Schule zb.
Vor allem, wenn du sie nun wechseln musst.
Versuche noch das bisschen Kindheit zu bewahren.
Und wenn du das nicht kannst, weil du dir zu viel Sorgen machst, dann rede mit deiner Mutter offen.
Sage ihr wie es dir geht. Worum du dich sorgst.
Vielleicht redet sie ja auch schon mit dir darüber, was nicht gut ist, aber nun ja.
Dann frag sie doch mal was es ganz genau bedeutet, wenn sie sagt sie hat kein Geld,
Du wirst dann sicherlich merken, dass alles nicht so schlimm ist wie es aussieht!

Das deine Mutter traurig ist und zur Zeit nicht weiß wo ihr der Kopf stehen soll, ist kein Wunder.
So eine Scheidung ist für alle schwierig. Es verändert das gesamte Leben. Und das der Kinder.
Aber nach einer Weile wird sich das auch wieder legen.
Das Leben geht nicht immer nach Plan. Hin und wieder muss man umdenken.
Sich zusammen raufen und neu anfangen.

Dasselbe trifft auch auf deinen Bruder zu. Jungs reagieren oft anders als Mädchen.
Jeder hat eben eine eigene Art mit Belastungen umzugehen.
Wenn der Papa jetzt weg ist, dann ist es für deinen Bruder natürlich schlimmer. Sie brauchen den Papa auf eine andere Weise als Mädchen.
Für ihn ist das nicht schön und er muss irgendwo mit seinen Gefühlen hin. Selbst wenn es noch so unfair ist.
Vielleicht unternehmt ihr gemeinsam mal etwas schönes. Redet miteinander.

Für dich ist die ganze Situation nicht leicht.
Die Tatsache das du lesbisch bist und dich vor deiner Familie noch nicht geoutet hast, macht es natürlich nicht einfacher.
Das ist eh schon eine schwierige Geschichte und unter den Umständen macht es das nicht besser.
Du solltest dir klar machen, dass es keine Schande ist. Du hast es dir nicht ausgesucht.
Und dazu stehen kannst du allemal. Das solltest du auch!
Es geht schließlich um dich und dein Liebesleben. Da hat niemand etwas zu zu sagen. Wem es nicht passt, der hat eben Pech gehabt!
Das ist ganz allein deine Entscheidung. Auf diese Weise lernt man aber auch kennen, wer wirklich gut für einen ist und wer nicht. Offensichtlich hast du unter deinen Freunden nicht viel schlechtes erfahren und das ist super!
Richtig klasse! Denn das zeigt, dass du dir die richtigen Freunde ausgesucht hast.
Für Eltern ist es hingegen manchmal schwer das zu akzeptieren, weil sie es sich vielleicht anders gewünscht hätten.
Ob nun wegen Enkelkindern, oder weil sie Angst haben, dass es dir mal das Leben schwer machen könnte. Oder was auch immer.
Dennoch solltest du es ihnen einfach ganz offen sagen. Für dich ist es einfach besser, wenn du vollkommen ehrlich und offen damit umgehen kannst!
Nur so kannst du dich wirklich frei entfalten. Und das ist doch das wichtigste!

Ich denke ihr solltet noch einmal alle gemeinsam über alles sprechen.
Ob nun unter euch oder vielleicht bei einer Beratungsstelle, was ich persönlich für die beste Idee halte.
Dann könnt ihr offene Fragen klären, eure Ängste und Sorgen mitteilen. Aber niemand kommt zu kurz.

Ich wünsche dir alles Gute.
Liebe Grüße
Janine