Problem von Biggi (22 Jahre)

Ich denke nur negativ!

Hallo liebes Team!!

Es ist schrecklich. In letzter Zeit merke ich immer öfter, wie negativ ich der ganzen Welt gegenüber eingestellt bin. Ich denke immer nur pessimistisch, will ich etwas Neues starten, denke ich sofort wieder "das geht ja eh alles schief!" Sogar in meiner Beziehung kriselt es jetzt deswegen. Ich trau mich nichts. Mein Freund geht nächstes Jahr in eine andere Stadt. Er will mich mitnehmen, mit mir zusammen ziehen. Er will (und ich allerdings ja auch), dass ich mir nen neuen Job suche in dieser Stadt, da mir mein jetziger Job eh das Leben schwer macht. Er würde auch mal so gerne mit mir Backpacking machen. Also einfach mal den alltag hinter uns lassen und weg von hier. Nach Australien, oder Norwegen. Für ein Jahr oder so. Einfach mal weg. Eigentlich will ich das ja auch! Aber ich bekomme meinen Arsch nicht hoch, weil ich eh wieder denke, dass alles schief läuft. Mein Freund denkt schon, ich würde ihn nicht richtig lieben weil ich nicht mit ihm zusammen sein will in einer anderen Stadt. Wenn ich ihm dann alles erklären will und wir darüber reden (wir reden sehr viel darüber.) dann fange ich wieder an zu heulen und bekomm keinen Ton raus. Ich bin so nahe am Wasser gebaut....es ist zum Kotzen. Er findet es nicht schlimm dass ich immer weine, das sagt er mir dann jedes mal....aber ich will doch mal vernünftig mit ihm reden können.......Ich hab auch so ein riesiges Problem mit Verlustängsten. Ich denke, was passiert, wenn ich weg bin zb in Australien und jemandem aus meiner Familie stößt etwas zu? Die Verlustängste zeigen sich auch, indem ich sehr eifersüchtig bin. Will mein Freund mal was mit seinen Kumpels unternehmen, kann ich nicht anders und fange an zu heulen, sobald ich alleine bin. Ich kann nicht alleine sein. Ich habe schrekckliche Angst vorm alleine sein....Ich habe auch keine beste Freundin. Klar, es gibt Menschen, zu denen kann ich immer kommen, wenn etwas ist. Aber mir fehlt auch so sehr eine beste Freundin. Ich hänge immer so sehr an meinem Freund und enge ihn ein. Ich würde so gerne mal was anderes machen. Und er will auch, dass ich auch mein Leben leb. Aber allein kann ich das nicht. Und wenn er mir seine Freunde vorstellen will und mich mitnehmen will, wenn er sich mit ihnen trifft, dann denke ich wieder, dass die mich eh alle für blöd halten, oder für eingebildet, weil ich bei manchen anscheinend so rüberkomm. Ihr seht, das ist alles ein Kreislauf. Erst mache ich mich schlecht, und mein ganzes Leben sowieso, dann äussert sich dieses Negative in Eifersucht und dann bekomme ich wieder Verlustängste, weil ich meinen Freund doch liebe und nicht mit meiner Eifersucht verjagen will....ach, ich hoffe ihr könnt mir helfen, so kann es doch nicht weitergehen!!!???!!!

Liebe Grüße, Biggi.......

Dana Anwort von Dana

Grüße Dich, Biggi!

Ich denke, Angst vor etwas Neuem und vor der Veränderung, darf jeder haben. Ein Umzug in eine andere Stadt ist ein großer Schritt. Man lässt viel hinter sich und hat viel vor sich. Als ich umgezogen bin, spürte ich ein merkwürdiges Gemisch aus riesengroßer Vorfreude und schrecklicher Angst, einen Fehler zu machen. Ich habe abgewogen und beschlossen, sollte es ein Fehler sein, kann ich den ja wieder rückgängig machen. Und es war kein Fehler.

Ich weiß nicht, ob es hilft, wenn ich Dir sage, dass nicht immer alles schief läuft im Leben. Sicher das eine und andere; das gehört dazu. Kann nicht immer alles in ruhigen Bahnen und vorhersehbar sein. Aber das kann es doch auch spannend machen. Schau Dir mal Dein Leben an und speziell darauf, was gut gelaufen ist: Du hast einen Freund, eine Arbeitsstelle - da ist bestimmt noch jede Menge mehr. Schau hin. Mach es Dir bewusst. Nimm das Gute nicht als selbstverständlich und das schlechte als zwingend.

Du weinst sehr viel und das aus Gründen, die Dir manchmal selbst unerheblich erscheinen. Was steckt dahinter? Das frage ich mich. Welche große Traurigkeit ruht in Dir und läuft mit dem berühmten Tropfen über? Vielleicht ist es sinnvoll, das zusammen mit einem Therapeuten zu ergründen, denn ich kann es nicht. Ich kann nur die Vermutung anstellen, dass da etwas sein muss.

Auch an Deiner Verlustangst und Deiner Eifersucht kannst Du mit ihm arbeiten. Nimm die Möglichkeit wahr. Du bist so unglücklich mit Dir und der Situation und das ist eine Chance zu ändern. Greif danach.

Und bis dahin verbring die Zeit vor dem Einschlafen damit, an schöne Dinge zu denken. Mach Dir z.B. eine Liste mit allem, was an diesem Tag gut war. Da findet sich immer was. Schöne Gedanken lassen Dich am nächsten Morgen ganz anders aufwachen. Versuch es mal.

Alles Gute und viel Kraft!