Problem von Maria - 23 Jahre

Ein völliges Durcheinander

Hallo, ihr Lieben, ich hoffe mir kann hier jemand den ein oder anderen Ratschlag geben oder Zuspruch.

Ich erkläre, wenn ich es soweit schaffe.. eigentlich sieht mein Leben seid meinem 18ten Lebensjahr ziemlich chaotisch aus, ich hatte eine komplizierte Beziehung, in der Zeit wurde sein Vater sehr krank, wir kümmerten uns um ihn und er starb dann nach ca einem dreiviertel Jahr.. ich war auf seiner Beerdigung und da es eine Muslimische war durfte man sich noch persönlich verabschieden, ich muss sagen es fiel mir eig relativ leicht ( würde ich behaupten), aber dazu muss ich sagen das ich schon viel mit dem tot davor zutun hatte ( meine mom ist selbstständige Altenpflegerin ) Dann wurde alles sehr anstrengend, psychisch ging es mir gar nicht gut. Ich war gerne für ihn da, ich habe ihn auch sehr geliebt, dazu muss ich sagen waren wir vorher schonmal ein Jahr getrennt, bis ich ihn verzieh und wir wieder zsm kamen. Letztendlich trennten wie uns aus einem bestimmten Grund, den ich nicht weiterausführen möchte. Ich rappelte mich dann wieder auf, machte viel Sport, spezifisch Yoga, fühlte mich zum ersten mal so richtig wohl in meiner Haut, hab mich viel weitergebildet, viel gekocht, all das gemacht wofür ich lange Zeit keine Zeit fand. Kurze Zeit später starb die beste Freundin meiner Mutter, also fing ich auch sie auf und belastete mich damit wieder sehr. Später zog eine Freundin zu uns für die meine Mutter arbeitete sie war bettlägerig und auch ich kümmerte mich um sie, da meiner Mutter 24/7 arbeitete, um auch sie wieder zuentlasten, dazu muss ich sagen stecke ich Zurzeit ( war alles dieses Jahr ) in einer Ausbildung, was ich immernoch tue. Als sie hier einzog war sie eig ganz nett, aber sie verlangte immer mehr und mehr und rufte alle 10 Minuten einen, solange bis man sie nach Wochen einen rufen hörte ohne das sie einen rufte. Sie starb jetzt vor ca. 2 Monaten hier bei uns in der Wohnung, wir kümmerten uns bis zum Schluss um sie, jemand der bald geht.. den sieht man es mit Sicherheit sehr an. Das einzige gute ist das meine Mutter sich von der jahrelangen Arbeit jetzt etwas erholen kann, sie hat COPD, Arthrose und zischtausend andere Krankheiten, weil sie sich Jahre lang wortwörtlich den A aufgerissen hat. Bezüglich meiner Mutter, sie hat mich die ganzen Jahre alleine großgezogen und jetzt suchte mein Vater der in Italien lebt den Kontakt zu mir und das nach 17 Jahren, dazu kommt noch das er kein Wort Deutsch spricht und ich jetzt italienisch lernen muss, da ich jahrelang darauf gehofft habe meine italienische Seite kennenzulernen. Jetzt denkt man sich vllt hm wieso hast du kein italienisch gelernt? - weil ich ehrlich gesagt die Hoffnung verloren hatte das er sich jemals bei mir melden würde. Meine Mutter hat vor kurzem Corona überstanden und ich hatte wirklich Angst, da sie wie oben erwähnt - einige Krankheiten hat, aber sie hat es geschafft und ich bin so so glücklich darüber! Corona macht es momentan niemanden das Leben leichter nur kommt es mir so vor als würde ich bald durchdrehen und ich merke ich werde immer leiser und leiser, ich möchte am liebsten in meinem Zimmer liegen bleiben und eine lange Zeit nicht aufstehen, mit meinem Hund kuscheln und einfach für lange Zeit niemanden sehen niemanden hören, aber diese Auszeit kann ich mir einfach nicht leisten, ich stecke in der Klausurphase und muss Vollgas geben, ich bin im letzten Jahr einer Sozialassistentin Ausbildung und möchte das auf keinen Fall vermasseln. Ich bin irgendwie so leblos, schüchtern, in mich gekehrt, so wie ich davor nicht war, ich hab lange gebraucht um mein Selbstbewusstsein und meine Selbstakzeptanz aufzubauen. Ich mache den Unterricht nicht so mit wie ich könnte, weil ich soviele Selbstzweifel habe und denke ich wäre dumm obwohl ich weiss das ich das nicht bin, ich bin total durcheinander und denke Zurzeit irgendwie an gar nichts. Solange mich kein Lehrer irgendwie nach etwas fragt ist alles okay mich juckt es nicht mal mehr das ich mich nicht melde, aber würde mir wünschen das es anders wäre. Ich würde mir einfach wünschen das ich mich endlich selber akzeptiere und das mit allen Ecken und Kanten, das ich nicht immer denke alle anderen sind fast nahe an zu perfekt und ich bin irgendwie alles andere. Ich kann mir vorstellen das es selbst für euch Leser, sehr kompliziert rüberkommt und möchte eig auch niemanden damit belasten, aber ich glaube das musste einfach mal raus.
Ich schreibe das hier ohne Erwartungshaltung, aber danke trotzdessen im Vorfeld fürs "zuhören".

Maria

Stephanie Anwort von Stephanie

Hallo liebe Maria,

ich danke dir das du dich uns anvertraut hast.

Zu lesen was du alles schon mitgemacht hast, lässt einen erst einmal schlucken.
Du bist sehr jung und hast viel mit dem Tod zu tun gehabt.
Ich weiß das es mit dazu gehört geliebte Menschen zu verlieren. Aber bei dir waren es auch andere die du gepflegt hast bis zum Ende.
Dafür ziehe ich den Hut vor dir, das kann wirklich nicht jeder. Nur prägt es einen selbst.
Wenn man sich nicht genug Zeit nimmt um das zu verarbeiten, holt es einen irgendwann ein.

Man ist immer stark nach außen hin wenn Schicksalsschläge passieren und nach innen verdrängt man so einiges.

Aber das ist nicht immer eine gute Lösung.

Hast du mal darüber nachgedacht dich in fachliche Hände zu begeben und einen Psychotherapeuten aufzusuchen?
Manchmal braucht es Hilfe von außen wenn man etwas erlebt hat und nicht darüber hinweg kommt. Eine Therapie hilft dir vielleicht in einigen Situationen besser klar zu kommen wenn du dich am liebsten verkriechen möchtest.

Natürlich ist das nur ein Vorschlag von mir, du entscheidest selbst ob du es versuchen möchtest oder nicht.

Ansonsten finde ich den ersten Ansatz den du jetzt unternommen hast uns zu schreiben auch ganz gut.
Oft muss man es einfach mal rauslassen was einen bedrückt.
Um eine andere Sichtweise zu bekommen und andere Lösungen zu finden wie man es wieder hinbekommt sind andere Meinungen und Vorschläge auch hilfreich.

Das deine Mama Corona gut überstanden hat, freut mich wirklich sehr. Deine Angst bei ihren Vorerkrankungen kann ich nachvollziehen.
Leider begleitet uns Corona wohl doch noch einige Zeit, aber ich hoffe das wir das alle gemeinsam gut überstehen.

Jetzt gerade hast du noch eine stressige Zeit in deiner Klausurphase. Dafür drücke ich dir fest die Daumen das alles gut klappt.
Nur bitte denk weiter zwischendurch auch mal nur an dich. Es hat ja schon einmal gut geklappt und du hast Dinge gemacht die dir Spaß machen.
Plane das regelmäßig in deinen Tagesablauf mit ein.
Versuch abzuschalten mit Musik, genieß die frische Luft draußen schön kuschelig eingepackt bei dem derzeitigen Wetter. Kochen findest du auch klasse, dann zaubere euch hin und wieder ein leckeres Essen auf den Tisch.
Was machst du noch gerne? Fahrrad fahren, lesen, zeichnen?
Suche dir etwas was deine Sorgen und Gedanken ab und an ein wenig vergessen lässt.

Das es mit deinem Freund nicht mehr gepasst hat, kann man leider nicht mehr ändern.
Ihr habt es noch einmal versucht aber manchmal klappt es leider nicht auf Dauer und man geht getrennte Wege.
Schließe damit ab und behalte die schönen Zeiten in Erinnerung.

Ich bin der Meinung das du zuviel erlebt und mehr verdrängt hast und sich das jetzt so äußert das es dich hin und wieder einholt und runter zieht.

Mit Geduld und daran arbeiten kannst du es schaffen deinen Weg zu gehen.
Du bist eine starke Frau die schon einiges gemeistert hat.

Vielleicht redest du mal mit deiner Mama über die Situation.
Sie hat alles mit erlebt und kann es mit dir aufarbeiten wenn du das zulässt und versuchen möchtest.

Sich gegenseitig unterstützen und untereinander aufbauen wäre für euch beide sehr gut.

Das dein Vater den Kontakt zu dir sucht, finde ich sehr schön. Nur schade das er nicht schon viel früher für dich da war. Aber ich kenne eure Vergangenheit nicht wie es dazu gekommen ist.

Frag dich selbst ob es dir gut tun würde den Kontakt zu ihm zu halten bzw. erst einmal aufzubauen. Das er kein Deutsch kann, macht es leider nicht einfach.
Hast du denn jemanden mit dem du italienisch lernen könntest?

Geh alles in Ruhe an. Du bestimmst das Tempo wie es weitergehen soll und das würde ich deinem Vater auch so mitteilen.

Dir geht es derzeit nicht so gut und du solltest erst nach und alles ordnen und für dich selbst da sein.
Ablenkung ist zwar gut aber so eine ungewohnt neue Situation kann auch überfordernt sein.

Ich hoffe das ich dir ein wenig helfen konnte mit meinen Zeilen.
Bitte trau dich ruhig und schreibe uns wann immer du möchtest.
Hier gibt es immer nette Menschen die dir versuchen zu helfen.

Für deine Zukunft wünsche ich dir von Herzen alles Gute

Stephanie